Grundlagen für Notsituationen Teil 2

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Im ersten Teil der Grundlagen habe ich bereits die STOP Regel erwähnt. An dieser Stelle sei nochmal erwähnt, dass oft nur der reine Wille und das eigene Selbstvertrauen über leben oder tot entscheiden. Es gilt jeden Funken Hoffnung aufrecht zu erhalten. Beispielsweise werden Menschen mit wenig Durchhaltevermögen nicht sehr lange überleben.

Was sollte man immer dabei haben?

Ob man sich beim Spazierengehen im Wald verirrt oder beim Wandern vom Weg abkommt, ist im Prinzip ganz egal. Dabei haben sollte man immer ein stoßsicheres modernes Handy, welches am besten mit GPS und! Glonass ausgerüstet ist. Glonass bietet die Möglichkeit auch bei schlechtem GPS-Empfang die Position genau zu bestimmen. Das heißt es ist im Prinzip ein Hybrides System welches die Standortbestimmung noch genauer macht. Dadurch kann man, sollte man sich verirrt haben, schnell wieder nach Hause finden. Bitte achtet darauf, immer ein geladenes Handy oder eine zusätzliche Powerbank dabei zu haben.

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Weiterhin kann man mit seinem Handy durch die eingebaute Taschenlampe Notsignale senden, um eventuelle SAR-Teams (Search and Rescue) auf sich aufmerksam zu machen. Des weiteren wäre es sinnvoll ein kleines Erste Hilfe Set dabei zu haben. Darin enthalten sollten auch die täglichen Medikamente und Notfallmedikamente für zwei Tage sein.

Ein robustes Allzweck-Taschenmesser darf in jeder Grundausstattung nicht fehlen. Mit ihm kann man vielerlei Dinge erledigen wie zum Beispiel einen Speer herstellen oder Fremdkörper entfernen. Bitte achtet auf das Waffengesetz!

Ein Feuerzeug oder Magnesiumstab zum Entzünden eines Feuers sollte ebenfalls nicht fehlen. Beispielsweise hat das Feuerzeug den Vorteil, dass es selbst für Unerfahrene einfach zu bedienen ist. Als Nachteil wäre das Bruchrisiko oder das langsame Entweichen des Flüssiggases zu erwähnen. Ein Magnesiumstab ist dementgegen sehr robust aber nicht einfach zu handhaben. Weiterhin kann man Tampons mit in sein EDC legen und diese dann, je nach Bedarf für Frauen als eben Tampons nutzen oder eben als sehr guten Zunder. Diese brennen leicht und schnell.

Zusatzausrüstung

Wer jetzt sein Handy nicht immer als Taschenlampe nutzen möchte, legt sich noch eine Extra-Taschenlampe zu. In Frage kommen da einige, auf einige Eigenschaften sollte man jedoch auf keinen Fall verzichten. Dazu zählen die Robustheit, das heißt sie sollte stoßunempfindlich sein und auch beim Fall aus zwei Metern nicht defekt werden. Weiterhin sind eine hohe Leuchtkraft und lange Ausdauer sinnvoll. Verzichten kann man heutzutage auf LED’s fast gar nicht mehr. Sollte man auch nicht, Einsteigermodelle gibt es schon ab 30 Euro.

Sollte das eigene Handy weiterhin die Möglichkeit zum Radio hören mitbringen, kann man diesen Punkt auf der Checkliste getrost abhaken. Hierbei ist darauf zu achten, dass das meistens nur mit Kopfhörern funktioniert, da diese als Antenne genutzt werden. Wer diese Möglichkeit nicht hat, besorgt sich einfach ein kleines Taschenradio. Da sind der eigenen Kreativität und den eigenen Wünschen keine Grenzen gesetzt. Wie ich schon einmal erwähnte, bevorzuge ich ein USB-Radio, da ich dieses einfach über eine Powerbank oder Solarpanel laden kann.

Wer mehr erfahren möchte, klickt hier. Hier noch einmal die komplette Ausrüstung zu erwähnen, wäre wenig sinnvoll. Der Fantasie ist keine Grenzen gesetzt und wer gut improvisieren kann, sollte in jeder Lage überleben können.

Die körperliche Fitness

Stelle man sich einmal vor, welche Überlebenschancen jemand hat, der regelmäßig eine Fastfoodkette besucht und seinen Tag am liebsten damit verbringt auf der Couch zu sitzen. Nimmt man im Gegenzug jemanden der jeden Tag mehr als die durchschnittlichen 2000 Schritte läuft und ein wenig auf seine Fitness achtet, das heißt zwei- oder dreimal in der Woche Sport macht und sich halbwegs gut ernährt, kann man sich gut ausmalen, was daraus wird.

Welche Methoden man nutzt, bleibt jedem selbst überlassen. Ich selbst nutzt einen einfachen Fitnesstracker. Dieser ist eine einfache, schicke Armbanduhr, welche die Schritte, Etagen, Inaktivität, Schlaf, Herzfrequenz und die zurückgelegte Strecke misst. Einige Dinge davon nur ungefähr aber für einen groben Überblick und zur Erhöhung der Motivation reicht es alle Mal.

Nun denken einige sicherlich, dass es viel zu schwer ist, seine Fitness zu verbessern. Vor allem für Büromenschen stellt das immer wieder ein Problem dar. Eben diese Personengruppe kommt auf nur durchschnittlich 2000 Schritte am Tag, Kellner schaffen da locker das 10fache! Demzufolge muss auch nicht jeder 6 Stunden am Tag ins Fitnessstudio gehen, dazu reichen einfach aber gute Tricks aus. Setzt man diese um, regt man die Blutzirkulation an, arbeitet gegen den Verkalkungsprozess in den Arterien, erhöht die Konzentration und ist entspannter.

Hier eine kurze Liste, wie man seine körperliche Fitness einfach erhöhen kann:

  • anfänglich in der Frühstücks- und Mittagspause 10 min spazieren gehen
  • nicht länger als eine oder zwei Stunden am Stück sitzen
  • außerdem Bewegungspausen einlegen
  • lieber Treppen laufen als den Fahrstuhl nehmen (auch Treppe herunter)
  • weiterhin zwei- oder dreimal in der Woche 20 Minuten Sport treiben
  • nicht jede Strecke mit dem Auto fahren, die länger als das Auto selbst ist
  • auch mal zu Kollegen gehen, weniger das Telefon nutzen.

Grundlagen Psychologische Aspekte

Wie schon erwähnt, sind die eigene psychologische Verfassung und Belastbarkeit in Krisensituation extrem wichtig. Wer nun nicht unbedingt ein “das Glas ist halbvoll” Typ ist, der kann das durch gute Vorbereitung und Vorsorge zu einem gewissen Teil kompensieren. Weiterhin wäre es möglich, sich in Krisensituationen irgendwie zu beschäftigen, sollte man nicht sowieso mit Überleben an sich beschäfigt sein. Hierdurch denkt man weniger an die eigentliche Situation und lenkt sich schlicht und einfach ab.

Überleben in der Gruppe – Führung und Hysterie

Ist man mit mehreren Menschen in einer Not- oder Krisensituation gefangen, ist es wichtig, dass jemand die Führung übernimmt. Andernfalls zerfällt die Gruppe schnell in kleinere Gruppen und die Überlebensrate sinkt. Generell ist es immer besser in der Gruppe zu bleiben, da immer jemand wach bleiben kann und andere wecken kann, sollten zum Beispiel SAR-Teams näher kommen.

Was kann man machen, sollte jemand hysterisch werden? Umso ruhiger man selbst ist, umso leichter lassen sich andere Personen auch beruhigen. Diesen Effekt kann man gut an Kindern testen. Möchte man ein schreiendes Kleinkind beruhigen und redet völlig genervt auf das Kind ein, ist es wahrscheinlicher, dass es nur noch lauter schreit. Aus diesem Grund sollte man versuchen sich selbst zu überwinden und selbst ruhig mit dem Kind reden. Dabei ist auf die gleiche Augenhöhe zu achten, da eine Kommunikation so viel direkter und entspannter ist.

Auch kann ein kurzer Körperkontakt, wie zum Beispiel die Hand auf die Schulter des gegenüber legen, helfen die Situation zu entspannen. Diesen Effekt konnte ich in meiner beruflichen Tätigkeit gut beobachten. Durch einfaches Händchenhalten oder kurzes über den Rücken streichen (kein Streicheln!), wurden aufgeregte Menschen viel ruhiger. Wer dann noch die positiven Effekte des aktiven Zuhörens nutzt, kann nichts falsch machen. Man muss in diesen Situationen auch keine Angst vor Körperkontakt haben.

Überleben in der Gruppe – Hoffnungslose Menschen

Sollte die Krisensituation länger anhalten oder sollten einige Mitglieder die Hoffnung aufgeben, liegt es an den anderen Mitgliedern, diese wieder zu unterstützen. Weiterhin ist es recht einfach, solche hoffnungslosen Menschen abzulenken, da diese meistens etwas leichter zu beeinflussen sind. Deswegen muss man denjenigen einfach etwas zu tun geben, immer wieder kleine aber auch nicht unwichtige Aufgaben. Wer dann noch wertgeschätzt wird für die erledigte Aufgabe, bekommt schnell wieder bessere Laune.

Überleben in der Gruppe – Führungsstil

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Generell empfiehlt es sich, einen eher autoritären Stil zu wählen, da in den meisten Situationen einfach keine Zeit für lange Diskussionen ist. Wer nun nicht der geborene Anführer ist oder das Gefühl hat, dass ein anderes Gruppenmitglied für diese Position besser geeignet ist, hält sich einfach zurück. Nichtsdestotrotz kann man anregen einen Gruppenführer zu bestimmen, sollte dieser Prozess nicht von selbst aufkommen. Ebenfalls ist es nicht unüblich, dass die Position des Gruppenführers auch wechseln kann. Nicht jeder weiß alles und nicht jeder kann mit jeder Situation umgehen, das ist ganz normal.

Überleben in der Gruppe – Kranke oder Verletzte

Kranke oder Verletzte Gruppenmitglieder stellen eine hohe Belastung dar. Versetzt man sich nun aber selbst in die Lage und stellt sich vor, dass man selbst verletzt ist, kann man schnell nachvollziehen, dass jeder nur überleben will. Zwar halten Verletzte die Gruppe eventuell auf, jedoch stärkt die Versorgung und das Überleben derjenigen auch das Selbstvertrauen und das Vertrauen in der Gruppe. Nichtsdestoweniger muss man sich hier Gedanken machen, ob die Gruppe weiter gehen soll oder eine Zeit lang rastet. Auch gibt es die Möglichkeit, je nach Gruppengröße, die Verletzten mit einigen Unverletzten zurückzulassen und mit einer zweiten Gruppe Hilfe zu holen. Medizinisch vorbelastete Personen sollten bevorzugt bei den Verletzten bleiben und diese betreuen, da sie von Hause aus eher ruhig bleiben, auch in schwierigen Situationen.

Verwerflich finde ich persönlich, wenn Verletzte zurückgelassen werden ohne Aussicht auf Rettung. Selbst wenn diese das selbstlos fordern, darf dem nicht nachgegangen werden. Sie müssen unterstützt und ihnen muss Hoffnung gegeben werden.

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