Erste Hilfe Sofortmaßnahmen

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Um es vorweg zu nehmen, ich kann hier leider nicht auf alle Haustiere eingehen und werde mich daher auf Sofortmaßnahmen bei Hunden und Katzen beschränken.

Sofortmaßnahmen

Unfallstelle sichern

Wenn ein Tier verunfallt, kommt es oft dazu, dass das Tier versucht zu flüchten. Dabei kann es sich unter Schock verirren oder weitere Unfälle verursachen. Dementsprechend sollte also versucht werden, das Tier am fliehen zu hindern. Nichtsdestotrotz muss als erstes immer die Unfallstelle gesichert werden, sodass man nicht noch selbst verunfallt oder zum Beispiel weitere Fahrzeuge in die Unfallstelle fahren. Dazu kann man Passanten direkt ansprechen und um Hilfe bitten. Die Unfallursache wie zum Beispiel blanke Kabel oder starke Sonneneinstrahlung muss parallel zur Sicherung des Tieres beseitigt werden.

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Das Tier sichern

Ist die Unfallstelle gesichert, sollte sich dem Tier langsam genähert werden. Sollte es sich um das eigene Haustier handeln, dürfte dem nichts im Weg stehen. Anders sieht das bei fremden Tieren aus, die eventuell sogar von zu Hause ausgebüchst sind. Diese könnten vor Angst zu schnappen oder kratzen, sollten jedoch trotzdem am fliehen gehindert werden, da sie sich sonst der rettenden Hilfe entziehen. Dazu kann man einen Hund zum Beispiel an die Leine nehmen, das geht aber auch bei einer Katze.

Selbstschutz

Natürlich geht der eigene Selbstschutz immer vor! Dazu kann man mit einem Band die Schnauze des Tieres zubinden, das aber bitte erst nach der Kontrolle der Atmung!

Das Tier ansprechen

Hat man es nun zum Tier geschafft und wird nicht durch Abwehrreaktionen beeinträchtigt, ist das Vorgehen dem beim Menschen sehr ähnlich. Ist das Tier bei Bewusstsein, so spricht man beruhigend auf das Tier ein. Wird man selbst hektisch, überträgt sich das schnell auf das Tier, was wiederum zum Flüchten führen kann.

Atmung und Herztätigkeit kontrollieren

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Sollte das Tier nicht bei Bewusstsein sein, wird zuerst die Atmung kontrolliert, gefolgt von der Herztätigkeit. Dazu kann man sein Ohr vor die Nase des Tieres halten und so eine eventuelle Atmung hören und auch bemerken. Ansonsten ist die Atmung meistens auch ganz gut durch die Bewegung des Brustkorbes sichtbar und fühlbar. Den Puls kann man ebenfalls durch horchen am Brustkorb hören. Dies sind für Laien die einfachsten Methoden. Natürlich gibt es noch die Möglichkeit den Puls zu fühlen. Das kann beispielsweise am Hals getestet werden.

Des Weiteren kann es passieren, dass die Atemwege durch Erbrochenes, Fremdkörper oder Blut verlegt sind. Diese sind durch einfaches Ausräumen zu beseitigen. Bei Hunden muss die Zunge aus der Schnauze heraushängen sollte keine Herztätigkeit hörbar sein und sollte das Tier nicht atmen, kann man mit der Beatmung, gefolgt von der Herzdruckmassage beginnen.

Beatmung, Herzdruckmassage, stabile Seitenlage

Die Beatmung bei Hunden und Katzen funktioniert am besten, indem man die Schnauze umfasst, die Zunge nach vorn oder zur Seite herauszieht, den Kopf leicht überstreckt und durch die Nase beatmet, also eine Mund-zu-Schnauze-Beatmung.

Die Herzdruckmassage kann man ähnlich wie beim Menschen mit ausgestreckten Armen ausführen. Je nach Hund oder Katze muss die Drucktiefe 2-6cm betragen und die Frequenz unabhängig vom Tier 30 Druckmassagen und 2 Beatmungen, so lange bis das Tier wieder selbst atmet. Dabei muss das Tier auf seiner rechten Seite liegen und der Kopf sollte der niedrigste Punkt sein (stabile Seitenlage). Am besten lässt sich die Wiederbelebung wie beim Menschen mit zwei Personen realisieren.

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Blutungen stoppen

Hier findet man wieder Parallelen zu den Sofortmaßnahmen beim Menschen. Bei starken hellroten spritzenden Blutungen muss ein Druckverband angelegt oder mit den Fingern die Arterien abgedrückt werden. Sind sonstige Wunden vorhanden, müssen diese mit klarem Wasser oder Schleimhautdesinfektion gereinigt und mit sterilen Verbänden bedeckt und wenn möglich auch fixiert werden. Bei offenen Brüchen ist darauf zu achten, dass auf die Knochen kein unnötiger Druck aufgebaut wird, da dies sehr schmerzhaft und auch kontraproduktiv ist. Körperteile abbinden sollte nur im absoluten Notfall erfolgen. Nach ca. 10 Minuten muss der Verband kurz gelöst und danach wieder fester gezogen werden, um so ein Absterben zu verhindern.

Nasenbluten ist bei Hunden und Katzen meistens weniger kritisch zu betrachten. Zwar ist die Nase ein sehr gut durchblutetes Organ, jedoch hört Nasenbluten in der Regel innerhalb von 5 bis 10 Minuten wieder allein auf. Oft ist dann nur eine Ader geplatzt, wie es beim Menschen ebenfalls vorkommen kann. Blutungen durch eine Verletzung sollten kritisch beobachtet und ggf. ein Arzt aufgesucht werden.

Blutungen aus den Ohren oder durch abgebrochene Zähne müssen immer dem Tierarzt vorgestellt werden!

Ersticken verhindern

Hat das Tier ein Insekt oder einen Fremdkörper verschluckt und droht zu ersticken, kann ähnlich wie beim Menschen das Heimlich Manöver durchgeführt werden. Auf Grund der hohen Gefahr von schweren Folgeschäden, sollte dieses Manöver aber nur im absoluten Notfall, nur wenn das Tier vor den sicheren Tod steht, durchgeführt werden.

Sollte das Tier noch die Möglichkeit haben zu Husten, dann das Manöver noch nicht durchführen. Auch auf das Klopfen auf die Schulterblätter, wie man es beim Menschen macht, sollte verzichtet werden, denn dadurch könnte der Fremdkörper noch tiefer rutschen.

Ist das Tier schon bewusstlos und atmet nicht mehr, legt man es auf die rechte Seite, sorgt dafür, dass Kopf und Wirbelsäule auf einer Ebene sind und öffnet das Maul leicht. Danach wird die Zunge bei Hunden leicht herausgezogen und hingelegt (stabile Seitenlage).

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Des Weiteren nimmt man danach einen oder beide Handballen und drückt damit ruckartig am Ende des Brustbeins hinein. Dies wiederholt man fünfmal. Dadurch sollte der Fremdkörper durch Luftstöße heraus befördert werden. Es sollte gleich kontrolliert werden, ob der Fremdkörper jetzt schon zu sehen ist und diesen dann gleich entfernen, da sonst die Möglichkeit besteht, dass sich das Tier gleich wieder verschluckt. Sollte der Erfolg ausbleiben, wiederholt man dieses Manöver solange, bis der Erfolg eintritt. Hiernach folgt im normalen Fall eine Wiederbelebung!

Ertrinken verhindern

Dagegen darf man bei ertrinkenden Tieren dieses Manöver nicht durchführen, da es zu keinem Erfolg kommen wird. Vielmehr wird das Tier einfach an beiden Beinen hochgehoben und leicht geschüttelt, sodass das Wasser der Schwerkraft aus dem Tier folgen kann. Große Hunde kann man dahingegen in der stabilen Seitenlage einfach hinter dem Brustkorb hochheben und ebenfalls leicht schütteln. Das Ganze sollte ca. 30 Sekunden durchgeführt werden. Hiernach folgt im normalen Fall eine Wiederbelebung!

In jedem Fall sollte immer ein Tierarzt aufgesucht werden!

Transport des Tieres

Wenn möglich muss das Tier auf eine stabile Unterlage gelegt werden und so sicher zum Tierarzt transportiert werden. Diesen sollte man im Vorfeld kontaktieren und sicherstellen, dass dieser auch vor Ort ist und sich schon auf den Notfall vorbereiten kann. Weiterhin kann er eine Anleitung für weitere Sofortmaßnahmen geben. Bei der Fahrt zum Tierarzt ist auf die eigene Sicherheit zu achten. Natürlich muss es bei lebensbedrohlichen Lagen schnell gehen, es darf jedoch nicht in Raserei ausarten. Wie soll man einem Tier noch helfen, wenn man selbst in einen Unfall verwickelt wird?! Sollte man selbst zu aufgeregt sein, wäre es sinnvoll jemand anderen fahren zu lassen. Weiterhin kann man während der Fahrt das Tier mit einer Decke abdecken, um so das Auskühlen zu verhindern.

Vorsorge

Wie im vorherigen Artikel schon erwähnt, sollten Notfallnummern von Tierärzten oder Notdiensten immer zur Hand sein. Auch sollte man selbst wissen, welche Sofortmaßnahmen für sein Tier in Frage kommen und gegebenenfalls auch einen Kurs besuchen. Weiterhin können Verbandsmaterialien für Notfallversorgungen vorgehalten werden.

Die beste Vorsorge ist jedoch auf sein Tier Acht zu geben und eventuelle Unfälle zu vermeiden.

Des Weiteren wäre es sinnvoll Materialien wie Thermometer, Maulkorb etc. vorzuhalten.

Weiterführende Links

Tiernotdienst BBL, B (12.10.2016)

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