Erste Hilfe – Notfalltasche

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Notfallrucksack oder Notfalltasche?

Das ist eine Frage, welcher jeder für sich entscheiden muss. Weiterhin hängt das von den vorhandenen Bedingungen ab. Beispielsweise wäre eine Notfalltasche im Auto besser aufgehoben, sollte man schon ein EDC oder BOB dabei haben. Allerdings wäre ein Rucksack ohne EDC oder BOB wiederum besser geeignet, da man dann die Hände frei hat. Die Frage ist nur, ob ein Notfallrucksack ohne weiteren Rucksack Sinn ergibt. Des Weiteren ist es auch möglich, eine Notfalltasche direkt in einen anderen Fluchtrucksack zu integrieren. Für welche Methode sich jeder entscheidet, bleibt jedem selbst überlassen. Grundsätzlich sollte jeder nur das dabei haben, womit er auch umgehen kann.

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Wie viel ist nützlich?

Eine weitere Bedingung zum Umfang einer Notfalltasche ergibt sich aus den Vorkenntnissen des Besitzers. Ein Notfallsanitäter beispielsweise, wird seine Tasche schon fertig haben und noch einige andere Dinge dort beherbergen, als ein durchschnittlicher Autofahrer, bei dem der letzte Erste-Hilfe-Kurs schon 10 Jahre her ist. Auf Grund dessen werde ich teilweise Unterschiede bezüglich des Inhalts machen. Generell muss sich jeder, der solch eine Tasche besitzt, auch darüber im klaren sein, was man mit dem Inhalt anstellen kann. Zum Beispiel bringt es keinem was einen Sam-Splint zu haben aber gar nicht zu wissen, wozu er da ist.

Der Standardverbandskasten

Anzahl Bezeichnung
1x Heftpflaster DIN 13019 – A 5 m × 2,5 cm
4x Wundschnellverband DIN 13019 – E 10 cm × 6 cm
2x Fingerkuppenverband
2x Fingerverband – 120 mm × 20 mm
2x Pflasterstrip – 19 mm × 72 mm
4x Pflasterstrip – 25 mm × 72 mm
1x Verbandpäckchen DIN 13151 – K
2x Verbandpäckchen DIN 13151 – M
1x Verbandpäckchen DIN 13151 – G
1x Verbandtuch DIN 13152 – BR (40 x 60 cm)
1x Verbandtuch DIN 13152 – A (60 x 80 cm)
6x Kompresse – 100 mm × 100 mm
1x Rettungsdecke – 2,1 m × 1,6 m
2x Fixierbinde DIN 61634 – FB 6
3x Fixierbinde DIN 61634 – FB 8
1x Rettungsdecke – 2,1 m × 1,6 m
2x Dreiecktuch DIN 13168 – D
1x Verbandkastenschere DIN 58279 – A 145
4x Einmalhandschuh nach DIN EN 455
2x Feuchttuch zur Reinigung unverletzter Haut
1x Erste-Hilfe-Broschüre – Anleitung zur Ersten Hilfe bei Unfällen

Notfalltasche – für jedermann

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Der Inhalt dieser Tasche ist im Prinzip schon in jedem Verbandskasten enthalten. Als Hilfe zur Sofortversorgung reicht das auch völlig aus, zudem sollte jedes KFZ und jeder LKW mindestens einen und Busse mit mehr als 22 Fahrgäste sogar zwei dabei haben. Dagegen sind Motorradfahrer nicht verpflichtet einen Verbandskasten mitzuführen.

Wem der Inhalt dieses Kastens nicht ausreicht oder wer nicht bei jeder kleinen Schnittverletzung seinen Verbandskasten anbrechen möchte, kann natürlich noch zusätzliches Material dazu legen. Beispielsweise kann sich jeder einen Kontaktschutz für die Beatmung zulegen und so eventuelle Infektionen durch eine Beatmung reduzieren. Wer sich keine Beatmung zutraut, kann alternativ auch ohne diese, die Reanimation durchführen.

Meiner Erfahrung nach verbrauchen sich Fixierbinden und Kompressen am schnellsten. Obgleich diese im Notfall oder zu Hause nach einer Operation oder einer kleinen Verletzung eingesetzt werden. Der Zusatz FB 6 und 8 bestimmen lediglich die Breite der Binde und zudem gibt es diese noch in den Größen 4cm, 10cm und 12cm. Kompressen gibt es ebenfalls in vielen verschiedenen Größen und auch in verschiedenen Ausführungen, auf die jeweilige Wunde angepasst. Im Normalfall reichen einfach Kompressen vollkommen aus und jeder kann sich in der Apotheke gern beraten lassen und alles dann online kaufen.

Wer mehr machen möchte!

Des Weiteren wäre eine Pinzette oder Splitterpinzette sinnvoll.

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Bild von Peter Krüger

Ein Kältespray darf zudem in keinem Erste-Hilfe-Set fehlen. Damit kann man schnell und effektiv zu betreffende Stellen kühlen und muss keinen Kühlschrank für Eispacks mit sich tragen. Jedoch muss man einen Abstand von ca. 30cm einhalten, um so Verbrennungen! zu vermeiden. Außerdem sollte man nicht zu lange sprühen und bedenken, dass man die betroffene Stelle für eine kurze Zeit dann nicht mehr spürt. Nichtsdestotrotz gibt es auch Sofortkühlpacks, dazu drückt man diese ungiftigen Chemiebomben einfach zusammen und erhält sofortige Kälte von 3-7°C.

Weiterhin kann man natürlich Hände- und Wunddesinfektion nutzen, umso das Infektionsrisiko zu minimieren. Zuletzt kann noch jeder Pflaster hinzufügen, welche es auch in vielen verschiedenen Varianten gibt. Ich bevorzuge Pflaster als Meterware, da man sich diese einfach zuschneiden und so für jede Wunde anpassen kann. Nichtsdestotrotz gibt es vor allem größere Wunden, bei denen auch größere Pflaster von Vorteil sind, da man diese ebenfalls einfach zuschneiden kann.

Notfalltasche – für San A-C

Für berufliche Ersthelfer oder ehrenamtliche Sanitäter in beispielsweise Katastrophenschutzeinheiten, kann die Ausrüstung da schon eher etwas erweitert werden. Die folgende Ausrüstung zählt zusätzlich zu der Vorherigen. Da der Umgang mit einem Beatmungsbeutel klar sein sollte und dieser eine eventuelle Reanimation in vielerlei Hinsicht erleichtert, darf er in keiner Notfalltasche fehlen.

Weiterhin ist es möglich sogenannte Guedel-Tuben zu nutzen, allerdings nur, wenn der Umgang 100% klar ist. Zudem kann man, wenn diese nicht schon im EDC enthalten sind, Medikamente wie beispielsweise Ibuprofen oder Paracetamol gegen Fieber und Schmerzen nutzen. Hier ist aber Vorsicht geboten, zwar darf man Medikamente fremden Menschen auf Nachfrage geben, jedoch nicht reichen. Anders gesagt ich darf die Tablette in die Hand geben, jedoch nicht in den Mund. Alles andere wäre rechtlich nicht unbedingt abgesichert, da keine Verordnung von einem Arzt vorliegt und der Helfende unter Umständen gar nicht geeignet ist, Medikamente zu geben.

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Bild von Peter Krüger

Vorstellbar wäre auch ein Einsatz einer Cervicalstütze, auch Stifneck genannt. Hierbei gilt der gleiche Grundsatz wie bei den Guedel-Tuben, sollte der Umgang nicht klar sein, einfach nicht nutzen. Zu beachten ist hier, dass diese Stütze immer zu zweit angelegt werden sollte.

Als diagnostisches Hilfswerkzeug kann man eine einfache Taschenlampe nutzen oder eben eine Extralampe in die Notfalltasche legen. Weiterhin wäre der Einsatz von Schienen denkbar. Diese werden zur Ruhigstellung von Extremitäten bei Brüchen genutzt.

Als letztes diagnostisches Mittel wäre hier noch das Stethoskop zu erwähnen. Es ist aber möglich, dass es durch falsche Interpretation zu falschen Ergebnissen kommt, jedoch ist es zusammen mit einer Blutdruckmanschette zur Blutdruckmessung immer zu gebrauchen. Zuletzt seien hier noch Einmalhandschuhe erwähnt. Diese schützen, wenn auch nicht immer zuverlässig, vor Blut oder anderen fremden Körperflüssigkeiten.

Notfalltasche – für Profis

Ich denke den Profis muss ich hier nichts erklären oder den Inhalt vorgeben. Deshalb wird dieser Abschnitt ausgegliedert.

 

Weiterführende Links

Verbandskasten Wiki (18.10.2016)

Beatmungsbeutel Wiki (18.10.2016)

Reanimation Wiki (18.10.2016)

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