Sofortmaßnahmen / Erste Hilfe

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Sofortmaßnahmen / Erste Hilfe beim Menschen

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Mit diesem Video möchte ich den Artikel eröffnen. Es zeigt wie ich finde, eindrucksvoll, wie wichtig Kenntnisse im Bereich Erste Hilfe sein können. Nur wenige Minuten können hier über Leben und Tod entscheiden. Da ich leider nicht alle Themen der Ersten Hilfe abarbeiten kann, werde ich mich in diesem Artikel auf das Wesentliche beschränken. Weitere Artikel folgen sicherlich. Bei Anmerkungen oder Fragen, zögert nicht mir zu schreiben! REA meint hier immer Reanimation.

Die Basics

Die Atmung

Bei der Ersten Hilfe ist es wichtig, einige grundlegende Dinge zu wissen. Dazu zählt beispielsweise die Zeit, die ein Mensch ohne Sauerstoff überleben kann, ohne Schäden davon zu tragen. Diese beträgt nur wenige Minuten, bevor irreparable Hirnschäden auftreten können. Die Zeit bis zum Hirntod ist dann nicht mehr weit.

Ein Mensch atmet je nach Alter unterschiedlich oft in der Minute. Ein Erwachsener atmet ca. 12-15, ein Kleinkind ca. 25 und ein Neugeborenes ca. 40-50 mal in der Minute. An diesen Werten kann man sich bei der Beatmung orientieren.

Der Herzschlag

Das Herz eines Menschen schlägt, wie bei der Atmung auch, je nach Alter unterschiedlich schnell. Insgesamt schlägt das Herz ca. 4 Milliarden mal im Leben eines Menschen. Beim durchschnittlichen Erwachsenen kann man eine Herzfrequenz von 70, bei Neugeborenen von 120 oder mehr Schlägen feststellen. Jeder Herzschlag transportiert Blut im Kreislauf des Menschen.

Da die Atmung und der Puls generell eng miteinander verknüpft sind, gilt auch hier eine Grenze von wenigen Minuten. Zudem atmet ein Mensch fast nie, welcher keinen Herzschlag mehr hat und anders herum. Zwar kann teilweise noch ein Puls festgestellt werden, dieser transportiert dann aber nicht wirklich mehr das Blut im Kreislauf.

Überlebenschance ohne REA

Die Überlebenschancen eines Menschen mit Herzkreislaufstillstand beträgt bei einer REA innerhalb der ersten drei bis fünf Minuten immerhin 50-70%. Pro Minute verringert sich die Überlebenswahrscheinlichkeit um 10%. Nichtsdestotrotz können schwerwiegende Erkrankungen dazu führen, dass ein Mensch ein Kreislaufstillstand auch dann nicht überlebt, wenn er sozusagen gleich nach dem Zusammensacken reanimiert wird. Mir ist das persönlich schon einmal passiert.

Auch sehr eindrucksvoll ist die Zahl der plötzlichen Herztode in Deutschland: 250! Fälle pro Tag.

Ich habe Angst, dass ich etwas kaputt mache!

Dieses sinnfreie Argument habe ich schon oft gehört. Dabei sollte man sich die einfache Frage stellen, was passiert, wenn ich diesen Menschen nicht reanimiere? Ganz einfach, er stirbt! Was kann da noch großartig kaputt gehen? Selbst wenn ich ihm einige Rippen bei der Reanimation breche, wird er wohl sehr dankbar sein, wenn er überlebt. Da werden die gebrochenen Rippen das geringste Problem sein. Im Reanimationsfall erleichtern gebrochene Rippen sogar die Wiederbelebung.

REA Erwachsener vs. Kind

Hierbei gibt es einen wichtigen Unterschied! Da bei Kindern, Neugeborenen oder Kleinkindern der Herzstillstand meistens sekundär eintritt, das heißt, dass die Atmung vorher aussetzt, beispielsweise durch Ersticken, fängt man bei Kindern mit einer initialen Beatmung an. Diese erfolgt mit fünf Atemschüben, teilweise tritt danach wieder die Spontanatmung des Kindes ein.

Ein weiterer Unterschied ist, dass der Kopf bei Säuglingen nicht überstreckt wird. Weiterhin wird die Beatmung mittels Mund zu Mund-Nase Beatmung durchgeführt. Das heißt, der Mund wird komplett über Mund und Nase des Kindes gelegt. Zudem kann die Herzdruckmassage durch umfassen des Körpers mit beiden Händen und Drücken der Daumen auf die Herzregion erfolgen.

Im Zweifelsfall ist die Verfahrensweise für Erwachsene anzuwenden, da es wichtiger ist, dass die REA begonnen wird, als die korrekte Durchführung.

REA in Kürze

https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=23568210
Von Andante aus der deutschsprachigen Wikipedia, CC BY-SA 3.0
  1. Eigensicherung
  2. Prüfung der Bewusstseinslage und Körperfunktionen
  3. Hilfe rufen, Notruf absetzen
  4. 100-120 auf den Brustkorb drücken, schnell und tief

Eigensicherung

Die Eigensicherung habe ich hier bewusst integriert, da diese nur allzu gern vergessen wird. Dabei ist sie prinzipiell einfach. Dabei kann man die betroffene Person aus dem Gefahrenbereich heraus ziehen, eine Warnweste anziehen, Warnblinklicht anschalten, auf Stromkabel achten, Gefahren einschätzen und vor allem immer erst an die eigene Sicherheit denken. Was bringt des dem Betroffenen, wenn man selbst daneben liegt? Nichts!

Prüfung der Bewusstseinslage

Hierbei gibt es verschiedene Methoden, die erste wird wahrscheinlich das Ansprechen sein. Sollte die Person nicht reagieren, muss man zu härteren Maßnahmen greifen und die Person lauter ansprechen, eine Hautfalte leicht drehen oder eben einfach kneifen. Kräftig ruckeln sollte man lieber nicht, da hierdurch Wirbelsäulenverletzungen verschlimmert werden könnten. Wenn die Person dann aufwacht, ist das erfreulich, wenn nicht geht es mit Prüfung der Atmung weiter.

Prüfung der Atmung / des Puls

Für den Laien entfällt dieser Punkt meistens, da es einfach nicht sicher feststellbar ist. Nichtsdestotrotz können Atmenbewegungen beobachtet und Atmengeräusche gehört werden. Bei dicker Winterkleidung an einer Autobahn wird das jedoch schwierig werden. Daher sollte die Kleidung am Oberkörper ausgezogen werden, weil dadurch auch die REA an sich sehr vereinfacht wird.

Teilweise ist es möglich, dass Menschen noch eine “Atmung” aufweisen, diese jedoch nicht ausreichend für die Körpertätigkeit ist. Auf diese Schnappatmung oder insuffiziente Atmung muss mit einer REA reagiert werden.

Der Puls kann durch einfaches beidseitiges Fühlen an den Halsschlagadern festgestellt werden. Handgelenk und Co. sind dafür nicht wirklich geeignet und auch ist der Puls teilweise bei lebenden Menschen schwer zu erfühlen, dies betrifft vor allem Frauen und ältere Menschen. Zudem wird auch diese Maßnahme für Laien nicht empfohlen.

Weiterhin kann es passieren, dass man einen Puls fühlt, welcher aber nicht wirklich eine Herztätigkeit darstellt. Andersherum kann es passieren, dass man keinen Puls fühlt, nicht einmal mit dem Stethoskop einen Puls hört, am Monitor jedoch noch ein Puls messbar ist. Dieser spiegelt dann wiederum keine wirkliche Herztätigkeit dar.

Hilfe rufen / Notruf absetzen

Zum Glück gibt es die europaweite Rufnummer 112. Dort wird einem dann freundlich aber bestimmt weiter geholfen und für weitere Schritte angeleitet. Zudem kann man umstehende Personen direkt ansprechen, also beispielsweise “Sie da, in dem roten Pullover, kommen Sie her!”. Diese psychologische Maßnahme ist einfach und verspricht den meisten Erfolg im Gegensatz zur Ansprache mehrerer Personen in einer Gruppe. Da gibt jeder die Verantwortung an den nächsten weiter. Dieser Effekt kann auch bei einem Autounfall beobachtet werden. Dabei fahren viele Menschen an einem verunfallten Auto vorbei, weil sie die Verantwortung eben an den Hintermann abgeben. Getreu nach dem Motto “Der nächste wird schon anhalten, ich habe keine Zeit”.

Atemwege frei machen

Damit ist gemeint, dass man einfach in den Mundraum des Betroffenen schaut und so eventuelle Fremdkörper sieht und vielleicht sogar entfernen kann. Weiterhin muss der Kopf überstreckt werden, da so die Zunge die Atemwege nicht verlegen kann.

REA als Einzelperson

Ist man nun in der unglücklichen Lage und muss die Reanimation allein durchführen, hat man in jedem Fall den netten Mitarbeiter des Notrufes als Unterstützung. Dabei kann man das Handy einfach auf Lautsprecher stellen und hat so die Hände frei.

Nun legt man die Person flach auf den Rücken, zieht eventuelle Kleidung aus oder schneidet sie auf und drückt 100-120 ca. 6cm tief auf das Sternum. Das Sternum ist der Teil am Brustkorb, an welchem alle Rippen anhaften. Die Arme werden gestreckt, die Ellenbogen durchgedrückt und die Schultern befinden sich über der Körpermitte des Betroffenen. Durch festes gewolltes Drücken, können dadurch eben Rippen brechen, teilweise sogar alle. Am Anfang knackt es ein paar mal, danach geht es einfacher.

Die Beatmung kann und sollte man sogar als Einzelperson unterlassen. Dabei verliert man einfach zu viel Zeit. Zudem darf mit der REA nicht aufgehört werden, bis der Rettungsdienst übernimmt. Mit übernehmen meine ich nicht, dass man die Sirene in weiter Entfernung hört, nein! Damit ist gemeint, dass ein netter Helfer wirklich die REA übernimmt.

REA zu zweit

Hat man den Vorteil und ist zu zweit oder sogar mit mehreren Personen vor Ort, kann nach dem Schema 30:2 die REA durchgeführt werden. Das heißt 30 Herzdruckmassagen und 2 Beatmungen. Die Herzdruckmassage wird analog zur Durchführung bei der Einzelperson durchgeführt. Bei der Beatmung wird generell eine Mund zu Nase Beatmung durchgeführt. Dabei wird der Kopf des Betroffenen überstreckt und der Mund mit einer Hand unter dem Kinn zugehalten.

Hier nochmals ein Video als Übersicht

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Im nächsten Teil

  • Stabile Seitenlage
  • Heimlichgriff
  • starke Blutungen
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