ABC Gefahren und Vorsorge

csa chemikalienschutzanzug

Was sind eigentlich ABC Gefahren?

A – atomar

B – biologisch

C – chemisch

Die atomaren Gefahren habe ich bereits behandelt, deshalb geht es hier um die biologischen und chemischen Gefahren. In der heutigen Zeit weiß niemand, welche terroristische Organisation sich irgendwo biologische Kampfmittel besorgt oder welche Chemiefabrik Sicherheitsauflagen verletzt. Je mehr man selbst darüber weiß, desto besser.

Als Alternative kann man hier auch CBRN für chemisch, biologisch, radiologisch und nuklear oder CBRNE mit zusätzlichem E für explosive Stoffe nutzen.


Biologische Gefahren

Biologische Kampfmittel richten sich vor allem gegen die zivile Bevölkerung, Nutztiere und Pflanzen. Vor allem das Militär ist dabei gut gegen diese Gefahren geschützt und stellt somit kein Angriffsziel dar. Zurzeit sind ca. 200 waffenfähige Erreger bekannt, wovon jedoch nur 12 als potentielle Waffe für Terroristen bzw. Kampfmittel geeignet sind. Diese Zeichen sich durch eine leichte Übertragung zwischen Menschen und hohe Tödlichkeit aus.

Ungeachtet dessen hält der Zivilschutz Antibiotika für die gängigsten biologischen Kampfmittel bereit. Da die Seuchengefahr durch diese Stoffe jedoch sehr hoch ist, werden die Vorräte wohl eher weniger ausreichen, um die gesamte Bevölkerung zu schützen. Beispiele wären Ebola, Milzbrand, Pest, Pocken oder Enterotoxine welche beispielsweise von Cholera abgesondert wird.

Der erste terroristische Anschlag im 20. Jahrhundert wurde durch Salmonellen in den USA durchgeführt. Hierbei wurden Salatbars von mehreren Restaurants damit verseucht und fast 50 Personen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Zum Glück gab es hier keine Todesopfer.

Im Gegensatz dazu wurden mehrere Postmitarbeiter 2001 im World Trade Center durch Anthrax, also Milzbrand getötet. Das Ausmaß welches die Ebola Epidemie 2014 erreichte, spricht für sich. Nahezu 40% der Erkrankten starben.

Chemische Gefahren

Chemische Stoffe sind vielfältig und können ebenso viele vielfältige Wirkungen auf den menschlichen Körper haben. Einige sind brennbar, leicht brennbar, explosiv, giftig oder ätzend. Manche greifen das Nervensystem an, andere zerstören die Atemorgane. Das Problem hierbei ist dasselbe wie bei radioaktiven und biologischen Stoffen: möglicherweise sind diese nicht sichtbar oder irgendwie anders bemerkbar. Andererseits können chemische Stoffe durch Gaswolken sichtbar sein.

Ein anderes Problem ist die Aufnahme in den Organismus. Dies kann durch die Haut, Nahrung oder Luft geschehen. Nähere Angaben bekommt ihr im Falle einer Freisetzung über das Radio oder ihr wisst vorher schon bescheid, welche Stoffe bei euch in der Nähe gelagert werden. Viele Gase und Dämpfe sind schwerer als Luft und gelangen deshalb besser in Keller oder Tiefgaragen. Diese sind deshalb zu meiden.


Radioaktive Gefahren

Eine radioaktive Kontamination sendet radiologische Strahlung aus, welche Zellen schädigen und zur Strahlenkrankheit führen kann. Hierbei können die radioaktiven Stoffe durch kleine Partikel in der Luft oder durch direkten Kontakt auf den Menschen übertragen werden. Hierbei ist es ratsam, Keller oder Tiefgaragen aufzusuchen, da diese Partikel von oben nach unten fällt und somit die Strahlenbelastung in oberen Stockwerken höher ist, als unter der Erde.

Schutz vor ABC Gefahrenreaktorunfall en14126 notfallvorsorge brandenburg

Bei einigen Erregern müssen Antibiotika schon gegeben werden, bevor Symptome auftreten. Woher soll man jedoch wissen, dass man mit einem Erreger in Kontakt gekommen ist, wenn man nicht einmal niest? Ein eindeutiger Erregernachweis steht nur durch einen Nachweis im Labor zur Verfügung. Bei einigen Erregern existieren heute auch Schnelltests. Deshalb muss hier viel Wert auf die Vorsorge gelegt werden.

Teilweise ist es bei chemischen Stoffen das Selbe. Im Gegensatz dazu ist es jedoch auch möglich, dass schon Sekunden oder Minuten nach dem Kontakt mit der chemischen Substanz der Tod eintritt. Bei radioaktiven Stoffen oder Strahlungen treten Symptome im Magen- Darmbereich relativ schnell auf, das heißt innerhalb von Minuten oder Stunden. Danach tritt oft eine sogenannte Ghostphase auf, wobei hier keine Symptome auftreten, die Schädigung jedoch fortschreitet. Dieser Prozess kann bis zu mehreren Monaten anhalten. Danach treten starke Symptome abhängig von der Verstrahlung auf. Auch der Tod ist möglich.

Was sagt das BBK dazu?

Gefahrstoffe sind in der Luft oder im Wasser? Was sollten Sie jetzt tun? Achten Sie auf Durchsagen im Radio, Fernseher oder von Lautsprecherfahrzeugen. Informieren Sie sich übers Internet. Und informieren Sie auch andere Hausbewohner.

Im Haus

  • Bleiben Sie im Gebäude.
  • Nehmen Sie gefährdete Passanten vorübergehend auf.
  • Informieren Sie – falls erforderlich – andere Hausbewohner.
  • Schließen Sie Fenster und Türen.
  • Schalten Sie Ventilatoren und Klimaanlagen aus, schließen Sie die Lüftungsschlitze der Fensterrahmen.
  • Suchen Sie einen geschützten Innenraum der Wohnung auf, der möglichst keine Außenfenster hat.
  • Im Falle einer Freisetzung radioaktiver Stoffe suchen Sie vorzugsweise einen Kellerraum auf.
  • Vermeiden Sie unnötigen Sauerstoffverbrauch durch Kerzen o. Ä.
  • Schalten Sie zu Ihrer Information das Radio (UKW, Regionalsender) oder das Fernsehgerät ein.
  • Beachten Sie die Durchsagen der Behörden und Einsatzkräfte.
  • Telefonieren Sie nur in Notfällen.
  • Benutzen Sie beim Eindringen von Gefahrstoffen vorhandene Atemschutzgeräte, notfalls einen improvisierten Mundschutz (OP-Masken, Tücher …).

Im Freien

  • Achten Sie auf Durchsagen von Polizei oder Feuerwehr.
  • Bewegen Sie sich möglichst quer zur Windrichtung, atmen Sie möglichst durch einen Atemschutz, zumindest durch ein Taschentuch.
  • Suchen Sie das nächste geschlossene Gebäude auf.
  • Wenn Sie bereits mit Gefahrstoffen in Berührung gekommen sind, wechseln Sie beim Betreten des Gebäudes Oberbekleidung und Schuhe.
  • Verpacken Sie verschmutzte Oberbekleidung und Schuhe in Plastikbeuteln und platzieren Sie diese außerhalb des Wohnbereichs, sofern möglich vor dem Gebäude.
  • Waschen Sie sich zuerst gründlich die Hände, dann Gesicht und Haare, ebenso Nase und Ohren mit Wasser und Seife.
  • Im Falle der Freisetzung biologischer Stoffe ist zusätzlich eine Händedesinfektion zu empfehlen.
  • Befolgen Sie die Hinweise zum Aufenthalt in Gebäuden.

Im Auto

  • Schalten Sie die Belüftung aus und schließen Sie die Fenster.
  • Hören Sie Radio (UKW, Regionalsender) und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden und Einsatzkräfte.
  • Suchen Sie ansonsten das nächste geschlossene Gebäude auf, erbitten Sie Einlass und beachten Sie dort die Hinweise zum Aufenthalt in Gebäuden.

Quelle: BBK (07.06.2017)

Was sagen wir dazu?schutzhandschuhe und mundschutz ffp3

Wir gehen bewusst nicht auf jede Gefahr einzeln ein.

4 A Regel

  1. Abstand halten – also von der potentiellen Gefahr wegbleiben, sich entfernen oder Umwege gehen oder fahren
  2. Abschirmen – sich selbst und alle anwesenden Personen von der Gefahr isolieren (beispielsweise durch Sandsäcke oder isolierende Anzüge, Gasmasken)
  3. Aufenthaltsdauer begrenzen – ist es unmöglich die Gefahr zu umgehen, sollte der Aufenthalt so kurz wie möglich sein
  4. Abschalten – Klimaanlagen und Lüftungen abschalten

Schutz

  • Schutzanzug tragen, Gasmaske tragen, Schutzmaske tragen, Gummistiefel oder Schutzschuhe tragen, Sicherheitshandschuhe tragen
  • Umgebung beobachten und besonders auf tote Tiere oder Menschen achten
  • STOP Regel beachten, Windrichtung beachten, kein Gemüse oder Obst auf der Natur essen, kein Wasser aus öffentlichen Gewässern trinken
  • auch für unterwegs Vorkehrungen treffen, sodass eine Flucht möglich ist

Vorsorge


  • Einmal- und Verbrauchsmaterial vorhalten:
  • einfache Handschuhe zum Unterziehen
  • Schutzhandschuhe mit mindestens der Kennzeichnung EN 374-2, EN 388 und EN 374-3
  • Atemschutz FFP-3 oder Gasmaske mit Filter
  • Einmalschutzanzüge ab KAT III 5+6 oder KAT III 3,4,5 +6
  • Schutzschuhe oder -Stiefel mindestens DIN EN 15090:2006 oder höher (Feuerwehrstiefel) oder S3 Stiefel
  • Klebeband, Müllsäcke u.a. zum Abdichten von Türen
  • Desinfektionsmittel für Hände, Flächen und Wunden

Umgang mit Material

  • immer so ausziehen, dass das äußere Material nicht berührt wird und innere Schichten nicht kontaminiert werden
  • wenn möglich Kleidung mit Schere entfernen, das ist einfacher
  • Einmalmaterial wenn möglich auch nur einmal verwenden und luftdicht in Müllsack entsorgen
  • Kleidung waschen und selbst duschen
  • Desinfektion von kontaminiertem Material wenn nötig
  • Schleuse einrichten, damit Keime oder andere Materialien nicht in das eigene Versteck getragen werden#

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