Allgemeines zur Konzeption

Die neue Konzeption der Bundesregierung für den Zivilschutz wurde in den Medien stark kritisiert und auseinander genommen. Das Hauptargument ist der schlechte Zeitpunkt der Konzeption, dieser hätte besser ausgewählt werden müssen. Meiner Meinung nach stimmt das sogar, er hätte schon früher kommen sollen. Ganz augenscheinlich ließ man sich viel Zeit damit die Konzeption fertig zu stellen. Bereits 2002! beschlossen Bund und Länder, dass eine neue Strategie zum Schutz der Bevölkerung her muss. Auffällig ist, dass man nun endlich nach 14 Jahren damit fertig ist. Erstellt wurde nun ein gerade mal 70 Seiten langes Pamphlet und man stellt selbst fest, dass man sich in der heutigen vor staatlichen und nicht staatlichen Akteuren und Gefahren schützen muss. Dazu sollen die Verteidigungsfähigkeit und der Schutz der Bevölkerung, im einzelnen

  • die Staats- und Regierungsfunktionen aufrecht erhalten,
  • die Bevölkerung vor den im Verteidigungsfall drohenden Gefahren geschützt (Zivilschutz),
  • die Bevölkerung, die Staats- und Regierungsorgane, die für den Zivilschutz und die staatliche Notfallvorsorge zuständigen Stellen und die Streitkräfte mit den notwendigen Gütern und Leistungen versorgt,
  • die Streitkräfte bei der Herstellung und Aufrechterhaltung ihrer Verteidigungsfähigkeit und Operationsfreiheit unterstützt werden.

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Deutschland hängt etwas hinterher

Das sind alles Sachen, die zum Beispiel die USA schon lange wissen. Dort werden alte Bunker sogar zu Luxusbunker ausgebaut. Zudem bereiten sich im ganzen Land immer mehr Menschen auf Katastrophenfälle jeglicher Art vor. In Deutschland hingegen wurde das Alarmierungs- und Notfallnetz nach und nach abgebaut. In vielen Städten sind zum Beispiel die Sirenen aus den Weltkriegen, welche auch zur Alarmierung der Bevölkerung dienen, nicht mehr existent. Nach den neusten Anschlägen kann vielleicht ein kleiner Teil der Bevölkerung mit der Nina oder Katwarn App alarmiert werden (beide haben gerade einmal 500 tausend Downloads jeweils), der überwiegende Teil der nicht gerade Radio hört oder TV schaut, steht dann aber im Regen. Davon dürften gerade ältere Menschen betroffen sein.

Selbst wenn der Großteil alarmiert werden könnte, wissen viele einfach nicht was sie machen sollen, obwohl das Bundesamt für Bevölkerungsschutz schon lange Anweisungen für verschiedene Situationen publiziert.

Wir sind wirklich verwundbar

Die Ersteller der Konzeption geben offen zu, dass die moderne Gesellschaft immer mehr Ressourcen abhängig ist und die moderne Infrastruktur immer verwundbarer wird.

Auch wird klargestellt, dass Hilfsorganisationen, welche gerade im Katastrophenschutz eine große Rolle übernehmen, mit der Zeit immer mehr an Leistungsfähigkeit verlieren werden und so die Bürgerinnen und Bürger den Eigenschutz selbst in die Hand nehmen sollen. Dazu soll eine proaktive Informationsstrategie des Bundes und der Länder die Bevölkerung informieren. Genau das passiert im Moment auch. Jedoch wird das alles wieder im Sand verlaufen, es ist schlicht und ergreifend einfach nur Wiederauffrischung und Neuentdeckung. Diese Dinge wussten wir vorher schon und es gab sie auch schon. Weiterhin ist unerklärlich, wieso die Bevölkerung jetzt nur noch einen Vorrat für 5 Tage Wasser und 10 Tage Essen bevorraten soll. Wieso bleibt man nicht einfach bei der 14 Tage Regel? Im Krisenfall wäre das für jeden besser. Einige Prepper oder auch fast alle, werden sogar über die 14 Tage Regel nur müde lachen können. Da gilt immer noch das Prinzip, je mehr, desto besser.

In der weiteren Folge der „neuen“ Konzeption, werden alte schon immer da gewesene Dinge neu aufgewärmt und vieles erwähnt, was sowieso schon alltäglich sein sollte.

Also doch nur Panikmache? Nein! Minimale zivile Vorbereitung denke ich. Und es ist und bleibt nur ein Konzept!

Weiterführende Link

Das neue Konzept der zivilen Verteidigung (05.09.2016)

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